
Lesezeit: 9 min | Autor: Dr. Andreas Knapp
„Die Abnehmspritze ist ein mächtiges Werkzeug für das Gewicht auf der Waage, aber kein Bildhauer für Ihre Silhouette. Als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München sehe ich täglich: Wahre Körperkontur entsteht nicht durch eine Spritze allein, sondern durch gezielte Formung.“
„Viele Patienten kommen zu mir mit dem Wunsch nach der ‚einfachen Lösung‘ aus der Spritze. Meine medizinische Verantwortung ist es, Erwartungsmanagement zu betreiben: GLP-1 kann helfen, das Gewicht zu reduzieren und Gesundheitsrisiken zu senken. Aber für die ästhetische Harmonie – den flachen Bauch, die definierte Taille – ist die Liposuktion oft der präzisere und zufriedenstellendere Weg. Medizinisch sinnvoll ist oft kein ‚Entweder-oder‘, sondern ein kluges ‚Nacheinander‘.“
Die sogenannte Abnehmspritze ist aktuell eines der meistdiskutierten Themen rund um Gewichtsreduktion. Viele Menschen berichten über weniger Hunger und schnellen Gewichtsverlust. Gleichzeitig zeigt die medizinische Datenlage: Die Wirkung ist systemisch (am ganzen Körper), sie ist nicht „zielgenau“ für Problemzonen, und sie kann Nebenwirkungen verursachen.
Bei der Abnehmspritze handelt es sich in der Regel um GLP-1-Analoga (GLP-1-Rezeptor-Agonisten). Diese Wirkstoffe wurden ursprünglich zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen entwickelt und sind unter verschiedenen Handelsnamen verfügbar. Sie imitieren das körpereigene Hormon GLP‑1 (Glucagon-like Peptide‑1).
GLP‑1 beeinflusst unter anderem:
Viele Betroffene berichten, dass das ständige Kreisen um Essen („Food Noise“) nachlässt. Wichtig ist jedoch: Die Abnehmspritze verändert das Hungergefühl, sie „formt“ aber keine Körperregion gezielt.
Auch mit GLP‑1 gilt: Ohne begleitende Anpassung von Ernährung, Bewegung und Alltag ist der Erfolg häufig begrenzt. Zudem kann ein schneller Gewichtsverlust – besonders ohne Krafttraining und ausreichende Proteinzufuhr – mit Muskelverlust einhergehen.
Das kann dazu führen, dass der Körper zwar leichter wird, aber weniger straff wirkt.
In klinischen Studien wurde – abhängig von Ausgangsgewicht, Dosierung, Studiendesign und Begleitprogramm – oft eine deutliche Gewichtsreduktion beobachtet. Eine realistische Größenordnung liegt im Bereich um die 10% des Ausgangsgewichts.
Entscheidend ist jedoch:
In Beobachtungsdaten wird u. a. diskutiert:

Viele Daten deuten darauf hin, dass es nach dem Absetzen häufig zu einer Gewichtszunahme kommt – besonders dann, wenn kein stabiler Lebensstil (Ernährung/Bewegung) etabliert wurde. Biologisch ist das nachvollziehbar: Wenn der Wirkstoff wegfällt, kehren Appetit und Hungerregulation oft in Richtung Ausgangslage zurück.
Praktischer Hinweis:Wer GLP 1 absetzen möchte, sollte das nicht „von heute auf morgen“ ohne Plan tun. Sinnvoll sind:
Wie bei jeder medikamentösen Therapie gilt: Wirkung und Nebenwirkung liegen nah beieinander. Die häufigsten Beschwerden betreffen den Magen-Darm-Trakt.
In der Fachliteratur und Pharmakovigilanz werden u. a. diskutiert:
Hier liegt ein häufiges Missverständnis: Viele hoffen, mit der Abnehmspritze gezielt am Bauch, an Hüfte oder Reiterhosen abzunehmen. Das ist medikamentös nicht zuverlässig steuerbar.
GLP‑1 wirkt systemisch: Fett- und Volumenverlust können überall auftreten – auch im Gesicht oder am Dekolleté. Gleichzeitig bleiben genetisch bedingte Depots (z.B. typisch an Unterbauch, Hüfte, Oberschenkelaußenseite) oft trotz Gewichtsverlust sichtbar oder es entsteht der Eindruck von „leerer Haut“.
Die Liposuktion (Fettabsaugung) ist kein Verfahren zur Gewichtsabnahme, sondern zur gezielten Konturverbesserung. Sie ist besonders sinnvoll, wenn:
Medizinische Einordnung: Für die gezielte Formung von Problemzonen ist Liposuktion häufig der präzisere Ansatz – während GLP‑1 eher eine Option im Rahmen eines Adipositas‑Behandlungskonzepts sein kann.
In manchen Fällen ist es kein Entweder-oder:
Die Abnehmspritze kann für bestimmte Patientinnen und Patienten ein medizinisches Werkzeug sein – insbesondere im Rahmen einer strukturierten Gewichtsreduktion. Gleichzeitig ist sie kein Lifestyle‑Produkt, nicht frei von Risiken und nicht geeignet, Problemzonen gezielt zu formen.
Ihr Ziel: Eine harmonische Körperkontur?Wenn Ihr Ziel eine harmonische Körperkontur ist (z. B. Bauch, Hüfte, Oberschenkel, Po), braucht es häufig eine präzise, regionale Strategie – etwa Liposuktion, ggf. kombiniert mit Hautstraffung oder anderen Verfahren wie der Fettgewebs-Transplantation (Lipofilling).
Wenn Sie wissen möchten, ob eine GLP‑1‑Therapie in Ihrem Fall sinnvoll ist oder ob eine Liposuktion Ihre Problemzonen gezielter adressiert, berate ich Sie gerne persönlich in meiner Praxis in München.

Dr. Knapp Plastische Chirurgie
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