Haartransplantation

Kurzinformation Haartransplantation

Kosten:

2.000 – 9.500 €

Praxisaufenthalt:

4 – 12 Stunden

Gesellschaftsfähig:

nach 1 -2 Tagen

ambulant/stationär:

ambulant

Arbeitsunfähigkeit:

nein

Narkose:

lokale Betäubung, Dämmerschlaf

Was ist der anlagebedingte Haarausfall?

Sehr viele Männer und zu einem geringeren Anteil auch Frauen sind von anlagebedingtem Haarausfall oder einer Haarschrumpfung (Haarausdünnung) betroffen. Der Prozess des Haarausfalls beginnt dabei oft bereits im frühen Erwachsenenalter und schreitet rasch fort. Bei Männern bilden sich zunächst hohe „Geheimratsecken“, dies auch oft asymmetrisch. Im weiteren Verlauf verlagert sich der vordere Haaransatz zunehmend weiter nach oben, die sichtbare Stirn wird höher. Gleichzeitig entsteht am Übergang vom Oberhaupt zum Hinterkopf eine runde, lichte bis kahle Stelle. Schreitet der Haarausfall weiter fort, bildet sich am Oberhaupt eine kahle Platte. Charakteristisch ist das Bestehenbleiben eines Haarkranzes am Hinterkopf sowie an den seitlichen Kopfpartien oberhalb der Ohren. Bei manchen Betroffenen bildet sich sogar eine komplette Glatze aus.

Ursächlich für diese Form des Haarausfalls sind spezielle Hormonrezeptoren der Kopfhaare in den betroffenen Gebieten. Diese „Rezeptoren“ dienen als „Andockstellen“ für die androgenen (männlichen) Geschlechtshormone und machen die Haare gegenüber diesen Hormonen sensibel mit der Folge des Ausfallens. Der Grund für das Bestehenbleiben der „Kranzhaare“ ist das Fehlen dieser Hormonrezeptoren an diesen Haaren. Sie sind daher gegen männliche Geschlechtshormone unempfindlich und bleiben lebenslang bestehen, dies auch bei den meisten vom anlagebedingten Haarausfall Betroffenen.

Haartransplantation bei starkem Haarausfall

Wie funktioniert eine Haartransplantation?

Bei der Eigenhaartransplantation wird diese spezielle Eigenschaft der Kranzhaare genutzt. Sie werden als Spenderhaare auf die vom Haarausfall betroffenen Stellen am Vorderkopf transplantiert. Auch nach der Haartransplantation behalten sie ihre Hormonresistenz bei und wachsen daher normal weiter. Sie bleiben lebenslang von den männlichen Geschlechtshormonen unbeeinflusst.

Die Technik der Haartransplantation hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiter entwickelt. Früher transplantierte man relativ große, haartragende Hautstücke vom Hinterkopf, was an der Empfängerstelle zu einem mosaikartigen und recht auffälligen Narbenmuster mit einzelnen Haarbüscheln und somit einem unnatürlichen Aussehen führte.

Heute sind wir in der Lage, auch einzelne Haare bzw. so genannte follikuläre Einheiten (FU-follicular unit) zu transplantieren, die jeweils 1 bis 4 Einzelhaare tragen. Diese follikuläre Einheiten werden mikrochirurgisch in die Empfängerzonen transplantiert. Hierbei kann für jedes transplantierte Haar die Einsetzrichtung in die Kopfhaut und damit die spätere Wachstumsrichtung individuell bestimmt werden. Auch die natürliche Unregelmäßigkeit des Haarverteilungsmusters wird beibehalten. Dies führt vor allem am neuen vorderen Haaransatz zu absolut natürlichen Ergebnissen. Für einen Außenstehenden ist daher eine gut durchgeführte Haartransplantation nicht erkennbar!

Wie ist der Ablauf einer Haartransplantation?

Moderne Techniken der Haartransplantation bedienen sich entweder der so genannten Streifen-Methode (FUT-follicular unit transplantation) oder der Einzelhaarentnahme (FUE-follicular unit extraction). Welche dieser beiden Methoden für ein optimales Ergebnis zur Anwendung kommen muss, hängt von den individuellen Gegebenheiten des Patienten ab. Maßgeblich hierfür sind die Haarqualität und Haardicke sowie die Haardichte auf der Kopfhaut in der Spenderzone.

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Streifenmethode (FUT-follicular unit transplantation)

Bei der Streifenmethode wird in örtlicher Betäubung am Hinterkopf ein spindelförmiger Hautstreifen entnommen, der je nach benötigter Menge bis zu 2000 Transplantate (FU´s – mit entsprechend mehr Einzelhaaren) enthalten kann. Anschließend wird der Wundrand mit einer speziellen Nahttechnik wieder verschlossen. Die entstehende Narbe ist in der Regel sehr unauffällig. Dank einer schräg zur Hautoberfläche gewinkelten Schnittführung kann die Narbe wieder von Haaren durchwachsen und somit nahezu nicht mehr wahrnehmbar werden. Zudem wird die Narbe auch in der Heilungsphase von den weiter oben am Hinterkopf wachsenden Haaren verdeckt, sofern diese eine Länge von min. 2-3 cm aufweisen. Eine Rasur der Spenderzone ist also nicht notwendig.

Der entnommene Hautstreifen wird nun unter starker Vergrößerung in einzelne Transplantate, die so genannten „Grafts“ zerteilt. Man unterscheidet dabei Micrografts mit 1 oder 2 Haarwurzeln und Minigrafts mit 3 bis 4 Haarwurzeln. Jede Haarwurzel bleibt dabei von einem dünnen Gewebemantel umgeben und bleibt unverletzt-eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Anwachs- bzw. Überlebensrate der transplantierten Haarwurzeln.

Im Rahmen der Operationsvorbereitung wird am Vorderkopf der Verlauf des neuen Haaransatzes eingezeichnet. Da das Gesicht im oberen Anteil von den Haaren umrahmt wird, ist ein natürlich wirkender Verlauf der vordersten Haarlinie sehr wichtig. Die Empfängerzone wird nun nach einer gründlichen Desinfektion lokal betäubt. Die hierzu verwendeten Nadeln sind sehr dünn, um die Schmerzempfindung möglichst gering zu halten. Anschließend werden mit einem speziellen Mikroskalpell Aufnahmeöffnungen (Slits) in entsprechender Anzahl in der Kopfhaut geschaffen, in die dann die Transplantate mit einer feinen Pinzette eingesetzt werden. Durch die Verwendung dieses extrem dünnen und scharfen Spezialskalpells wird sichergestellt, daß die Haarwurzeln der bestehenden Haare in der Empfängerzone beim Anlegen der Öffnungen nicht verletzt werden. Der Winkel der Transplantate in den Aufnahmeöffnungen bestimmt die spätere Haarwuchsrichtung und ist von großer Wichtigkeit für ein natürliches Ergebnis. Nachdem alle gewonnenen Transplantate eingesetzt sind, ist die chirurgische Behandlung beendet. Ein Verband ist nicht notwendig, da die Transplantate durch den im Blut und frischen Wunden enthaltenen, körpereigenen Gewebe-Reparaturstoff „Fibrin“ festgehalten werden, der wie ein Klebstoff wirkt und  für ein rasches Verschließen der winzigen Wunden sorgt.

Einzelhaarentnahme (FUE-follicular unit extraction)

Bei der FUE-Methode werden einzelne Haarwurzeln aus dem Spendergebiet mit einer dünnen Hohlnadel entnommen und anschließend analog der Streifenmethode in das Empfängergebiet transplantiert. Das Verfahren ist dadurch sehr zeitaufwändig. In der Spenderzone entstehen kleinste, punktförmige Narben, die bei guten Voraussetzungen nahezu unsichtbar sind. Es dürfen jedoch nicht zu viele Transplantate aus einem umschriebenen Areal entnommen werden, damit die Entnahmestelle nicht zu licht oder gar unregelmäßig wirkt.

Vor- und Nachteile beider Methoden einer Haartransplantation

Obwohl theoretisch äußerst elegant, ist bei dünnem und weniger dicht stehendem Haar die Einzelhaarentnahme (FUE) weniger gut geeignet, da die Entnahme einen weiteren Ausdünnungseffekt verursacht. Ist dieser zu groß, kann die Spenderzone zu schütter erscheinen und zu einem unharmonischen Aussehen führen (Mottenfraß-Phänomen). Insbesondere der südländische Haartyp mit dickem, dicht stehendem Haar ist für diese Methode gut geeignet. Bei vielen Nordeuropäern ist das Spenderhaar jedoch zu fein, um trotz der Graft-Entnahme ein unauffälliges Ergebnis im Spendergebiet zu erhalten. Auch die Verletzungsgefahr der entnommenen Haarwurzeln ist im Vergleich zur Streifen-Methode höher, da die Wurzel mittels der Hohlnadel zylindrisch ausgestanzt und gegebenenfalls dabei verletzt werden kann, dies insbesondere bei einem schrägen Verlauf der Haarwurzel unter der Hautoberfläche.

Die Streifen-Methode erbringt verlässlich hohe Anwachsraten der transplantierten Haarwurzeln. Durch die Aufbereitung der Grafts durch Zerteilen des Streifens ist die Methode wesentlich schneller, was der Gesamtoperationszeit zu Gute kommt. Allerdings verbleibt am Hinterkopf durch die Streifenentnahme eine Narbe, wenn diese in  aller Regel auch sehr unauffällig ist.

Was kommt nach der Operation?

Nach der Operation bilden sich durch die Exsudation von Wundflüssigkeit Krusten auf den Transplantaten, die unbedingt durch regelmäßige Haarwäschen entfernt werden müssen. Die Haarwäsche ist bereits nach zwei Tagen wieder möglich. Nach ca. 2 Wochen sollten alle Krusten entfernt sein. Zusätzlich zu den Haarwäschen kann eine Spraybehandlung mit z.B. Thermalwasser erfolgen, um die Krusten aufzuweichen.
Als natürliche Gewebereaktion entstehen Schwellungen der Kopfhaut und leichte Rötungen, die jedoch bereits nach wenigen Tagen vollständig abklingen.

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